Goldpreis bricht aus!

Fällt unser Währungssystem?

iStock, KanawatTH

Zentralbanken kaufen seit einiger Zeit Gold im großen Stil. Seit Kurzem ist Gold als neues Tier1-Asset auch für Geschäftsbanken interessant. Nun scheinen auch institutionelle und private Investoren wach zu werden, nachdem Morgan Stanley, immerhin die achtgrößte Bank der Welt, eine Lanze für Gold gebrochen hat. Und der Goldpreis bricht aus, liegt erstmals über 4.000 US-Dollar und steigt weiter. 

Neue 60:20:20-Regel

So hat Morgan Stanley kürzlich offiziell eine Änderung ihres klassischen Anlageportfolios von einer 60:40-Verteilung (Aktien zu Anleihen) auf eine neue Struktur von 60:20:20 vorgenommen, wobei nun 20 Prozent des Kapitals in Gold angelegt werden sollen. Die Begründung leuchtet ein: Regierungsanleihen, vor allem US-Bonds, verlieren durch die steigende Staatsverschuldung zunehmend ihre Funktion als Stabilitätsanker und Krisenschutz. Gold wird daher nun als „antifragiles“ Asset bewertet, das bei Inflation und geopolitischer Unsicherheit beständig bleibt und daher als ideale Ergänzung gilt.

Diese Empfehlung gilt als Paradigmenwechsel an der mächtigen Wall Street, da Morgan Stanley damit die jahrzehntelang dominierende 60/40-Regel der Portfolioallokation grundlegend infrage stellt und einen Fokus auf physisches Gold als Inflationsschutz legt. Damit können massive Kapitalströme in den Goldmarkt ausgelöst werden, sofern institutionelle Investoren dieser Strategie folgen.

Was bedeutet das?

Wenn Anleger weltweit nun 20 Prozent ihres Anlageportfolios in Gold halten sollen, dann wird der Goldpreis zwangsläufig durch die Decke gehen. Denn der aktuelle Anteil von Gold am Gesamtwert der globalen Vermögenswerte von geschätzten 600-700 Billionen US-Dollar beträgt nur rund 3 Prozent. Manche Experten sprechen auch von nur 1,5 Prozent.

Die Empfehlung von Morgan Stanley bedeutet im Umkehrschluss aber auch eine indirekte Verkaufsempfehlung vor allem von US-Staatsanleihen, denn das Aktienportfolio soll bei 60 Prozent stabil gehalten werden. Das hätte für die Trump-Administration zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können, da das US-Finanzministerium mehr Staatsanleihen ausgeben muss als je zuvor.

Wenn die Nachfrage der privaten Investoren nach US-Staatsanleihen sinkt, dann sinken die Kurse, was gleichbedeutend mit einem Renditeanstieg ist. Der Teufelskreis von steigenden Zinsen und Zinseszinsen, wachsenden Defiziten und explodierenden Schulden dreht sich dann immer schneller. Betroffen sind davon auch EU-Krisenländer wie Frankreich, das zunehmend regierungsunfähig wird.

Zentralbanken kaufen weiter

Nach Angaben des World Gold Council kaufen die Zentralbanken weltweit derzeit etwa 80 Tonnen Gold pro Monat. Das entspricht ca. 10 Mrd. US-Dollar zum aktuellen Preis. Polen fügte allein im ersten Halbjahr 2025 67 Tonnen hinzu. Die Türkei ist seit 26 Monaten in Folge Netto-Käufer. China kaufte durchgehend neun Monate bis Mitte 2025, wobei viele Analysten glauben, dass die tatsächlichen Käufe weit über den offiziellen Zahlen liegen. 95 Prozent der Zentralbanker glauben, dass die globalen offiziellen Goldreserven weiter steigen werden.

Newsletter | Jetzt anmelden!

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden. Jeden Monat viele neue Trends und Best-Practice-Beispiele. Nachfolgend bitte registrieren.

Pflichtfelder
Wenn Sie in unserem Newsletter persönlich angeredet werden möchten, füllen Sie bitte noch diese Felder aus:

*) Pflichtfeld.

Copyright: mittelstandsforum-westfalen.de | Dr. Michael A. Peschke.